Auswahlkriterien
Kosten und Pflegevertrag
Wichtige Partner für einen guten Pflegedienst
Auswahlkriterien
Folgenden Fragen sind wichtige Auswahlkriterien bei der Suche nach einem Pflegedienst:
- Hat der Pflegedienst mit der Pflegekasse einen Versorgungs- und Vergütungsvertrag abgeschlossen?
- Ist der Pflegedienst rund um die Uhr direkt persönlich erreichbar? Ein Anrufbeantworter hilft bei Pflegenotfällen nicht weiter.
- Ist der Dienst notfalls rund um die Uhr einsatzbereit?
- Kann der ambulante Dienst alle Bereiche abdecken, in denen Hilfe benötigt wird?
- Können die Einsätze des Pflegedienstes mit Rücksicht auf die Gewohnheiten des Pflegebedürftigen
geplant werden, zum Beispiel auf die Zeiten des Aufstehens und Zu-Bett-Gehens? Sind bei Bedarf auch zusätzliche Einsätze möglich, zum Beispiel am Wochenende oder in der Nacht? Je flexibler der
Pflegedienst arbeitet, desto besser für den Kunden. Das ist auch wichtig für den Fall, dass sich der Gesundheitszustand des Pflegebedürftigen kurzfristig verschlechtert und mehr Hilfe benötigt wird. - Wird ein individueller Pflegeplan für den Pflegebedürftigen erarbeitet und besprochen?
Eine optimale Pflege ist nur möglich, wenn sie auf die persönlichen Bedürfnisse des
Pflegebedürftigen zugeschnitten ist. Den Mitarbeitern eines Pflegedienstes sollte dabei nicht nur die pflegerische Versorgung, sondern auch der seelische Beistand und ein guter zwischenmenschlicher
Kontakt zu den Betreuten und ihren Angehörigen wichtig sein. - Gibt es einen bestimmten Ansprechpartner, falls Probleme auftreten sollten? Je geringer die
Fluktuation des Pflegepersonals, desto eher kann ein Vertrauensverhältnis zwischen Betreuern
und Betreuten entstehen. Ein gewisser Wechsel der Pflegekräfte ist wegen verschiedener Dienstzeiten, Urlaub, Krankheit und so weiter kaum zu vermeiden. - Wird die Pflege ausführlich und nachvollziehbar dokumentiert und die Dokumentation in der Wohnung
des Betreuten hinterlegt? Dies ist gesetzlich vorgeschrieben und für eine eventuelle
Krankenhauseinweisung oder auch einen Wechsel des Pflegedienstes sehr wichtig. - Ist die Kostenkalkulation verständlich? Aus der Kalkulation sollte deutlich hervorgehen, welche Kosten die Pflegekasse übernimmt, und welche Leistungen selbst gezahlt werden müssen. Es ist in jedem Fall zu empfehlen, sich einen Kostenvoranschlag machen und das Abrechnungsverfahren erklären zu lassen.
- Arbeitet der Pflegedienst zum Beispiel mit dem sozialen Dienst einer Klinik, mit Tagesstätten,
teilstationären Einrichtungen und auch den behandelnden Hausärzten seiner Kunden zusammen?
Je besser der Pflegedienst mit anderen Einrichtungen und Institutionen im Gesundheitsbereich kooperiert, desto größer ist das Spektrum der verfügbaren Hilfen, an Information und Beratung für den pflegebedürftigen Kunden
und seine Angehörigen. Außerdem spricht eine gute "Vernetzung" für die Betreuungsqualität und den Teamgeist
des Pflegedienstes.
Grundsätzlich gelten auch:
Die Pflege sollte Risikoprophylaxen beinhalten, wie z.B. Sturz- oder
Dehydrationsprophlaxe (Vorbeugung vor Austrocknung). Die Mitarbeiter des Pflegedienstes
sollten dies im Vorgespräch oder in den ersten Pflegetagen einschätzen und mit entsprechenden
Maßnahmen zu beheben versuchen. Die Mitarbeiter des Pflegedienstes sollten stets mit offen Augen
und Ohren bei der Arbeit sein. Veränderungen und mehr oder anderer Bedarf an Pflege stellen sich
schleichend ein. Auch leine Veränderungen sollten wahrgenommen werden,
Kosten und Pflegevertrag
Pflegedienste berechnen in ihrer monatlichen Abrechnung so genannte Leistungspakete oder -komplexe.
In ihnen sind bestimmte Pflegetätigkeiten zusammengefasst - zum Beispiel alle Verrichtungen, die zur
Hilfe beim morgendlichen Aufstehen, Waschen und Anziehen oder rund um ein Vollbad nötig sind.
Im Vertrag zwischen Pflegedienst und Kunde werden der vereinbarte Leistungsumfang, die Zeiten und
Kosten der Pflegeeinsätze festgehalten.
Die Kosten für Leistungen, die die Pflegekasse nicht übernimmt (wie zum Beispiel Wäscheservice oder Besuchsdienste, beziehungsweise mehr Pflegeleistungen, als dem Pflegebedürftigen seiner
Pflegestufe nach zusteht), sollten im Vertrag auch genau festgehalten werden.
Nicht akzeptabel sind:
- Forderungen nach Abschlagszahlungen oder, Vorschusszahlungen. Pflegedienste sind gehalten, jeweils am Monatsanfang die im Vormonat erbrachten Leistungen abzurechnen.
- Lange Kündigungsfristen. Die gesetzlich vorgeschriebene Kündigungsfrist beträgt zwei Wochen
- Länger darf kein Pflegebedürftiger verpflichtet sein, einen Pflegedienst zu akzeptieren, mit dem er nicht zurechtkommt.
- Eine Weiterberechnung der vereinbarten Leistungen, wenn die Pflege unterbrochen oder beendet wird. Aus dem Vertrag sollte klar hervorgehen, dass das Pflegeverhältnis zum Beispiel während eines Klinikaufenthalts des Pflegebedürftigen ruht und mit seinem Tod sofort endet.
- Klauseln, die die Berechnung nicht vertraglich vereinbarter und nicht näher definierter Leistungen zulassen,
wie zum Beispiel "im Bedarfsfall erforderliche weitere Pflegeleistungen". - Die Möglichkeit zu rückwirkenden Preiserhöhungen. Jede Preiserhöhung muss vier Wochen vorher schriftlich angekündigt werden und berechtigt den Kunden des Pflegedienstes zur sofortigen Kündigung.
Wichtige Partner für einen guten Pflegedienst
Um eine gute und sichere Pflege zu Hause zu gewährleisten, reicht die „Pflege“ nicht aus.
Es muss noch an vielerlei andere Dinge gedacht werden:
- Sicherheit
- Haushalt
- Einkaufen
- Begleitdienste
- Betreuung und Schulungen für pflegende Angehörige
Hierzu sollte der Pflegedienst entweder selbst die Leistungen erbringen können oder einen anderen,
zusätzlichen Partner empfehlen können, mit denen er gute Erfahrung gemacht hat. Zu den
bedenkenswerten Notwendigkeiten gehören:
Hausnotruf
Ein Hausnotruf ist eine besonders für alleinstehende ältere oder pflegebedürftige Menschen
empfehlenswerte Sicherheitshilfe. Eine solche "direkte Leitung" zu einer Notrufzentrale gehört zur Standardausrüstung.
Die Notrufzentrale verfügt über alle notwendigen Daten des Teilnehmers, um schnell und effektiv
Hilfe leisten zu können: medizinische Informationen, Telefonnummern des behandelnden Arztes und
eventuell des Pflegedienstes, der Nachbarn und Angehörigen.
Man kann häufig einen Sicherheitsservice einbauen – bevor etwas passiert: Der Teilnehmer signalisiert
einmal täglich per Knopfdruck auf dem Hausnotrufgerät, dass alles in Ordnung ist. Bleibt der Knopfdruck
aus, meldet sich das Gerät automatisch bei einer angeschlossenen Notrufzentrale und es kommt sofort
jemand der nachschaut.
Selbst bei relativ „fitten“ Pflegebedürftigen schafft schon allein das Bewusstsein, dass man nur auf
einen Knopf drücken muss um schnell qualifizierte Hilfe herbeizuholen, enorme Erleichterung durch das
Gefühl der Sicherheit.
Haushaltshilfen
Die Notwendigkeit Hilfe im Haushalt zu bekommen beginnt meist schon vor einer Pflegebedürftigkeit.
Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass bei älteren Menschen, die eine Haushaltshilfe haben oder einen
rührigen Angehörigen, eine Pflegebedürftigkeit sehr viel später einsetzt, als dass bei allein stehenden Selbstversorgern der Fall ist.
Einkaufsdienste und Erledigungen
Diese übernehmen alle notwendigen Einkäufe, vom Großeinkauf bis zur Besorgung im Fachgeschäft,
kümmern sich zum Beispiel um nötige Reparaturen, Pflanzenpflege, erledigen Behörden- und Botengänge.
Hier gilt auch – wenn Pflegedienst diese Leistungen nicht selbst erbringt, so sollte er jemanden empfehlen
können.
Fahr- und Begleitdienste
Mitarbeiter dieser Dienste holen Hilfebedürftige, die sich nicht mehr allein außer Haus bewegen können,
mit dem Pkw oder Kleinbus von zu Hause ab, bei Bedarf begleiten sie sie auch zum Beispiel bei Arztbesuchen, Behördengängen oder zu Freizeitaktivitäten.
Hier gilt auch – wenn Pflegedienst diese Leistungen nicht selbst erbringt, so sollte er jemanden empfehlen
können.
Mahlzeiten-Service
Essensdienste "auf Rädern" helfen, wenn das Kochen schwer fällt: Sie liefern täglich eine warme Mahlzeit
oder wöchentlich einen Vorrat tiefgekühlter Fertiggerichte ins Haus. Die Gerichte sind meist nach den
Regeln einer ausgewogenen Ernährung zusammengestellt. Die meisten Menüdienste liefern auch Diät- und Schonkost.